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Ein etwas anderer Lauf - Wings for Life World Run

14.05.2017

Der etwas andere Lauf

Wings for Live World Run

 

Am 7. Mai 2017 nahm ich mal an einem etwas anderen Lauf teil, dem Wings for Live World Run. Das Besondere dieses Laufs ist, dass er weltweit an einem Tag zur gleichen Zeit, um 11:00 UTC – also 13.00 Uhr Ortszeit in Deutschland, stattfindet und er eine bewegliche Ziellinie, das sogenannte CatcherCar, hat. Man überläuft hier keine Ziellinie, sondern die Ziellinie überläuft (überfährt) dich. Der Lauf ist für dich beendet, wenn du vom CatcherCar eingeholt wirst. Sämtliche Startgelder und Spenden fließen zu 100% in wichtige Forschungsprojekte zur Heilung des verletzten Rückenmarks. Dies ist möglich, da die administrativen Kosten von Red Bull und weiteren Unterstützern gesponsert werden. Hier kannst du mehr über die Arbeit der Stiftung erfahren.

 

Video

 

In Deutschland fand der Lauf in München statt. Der Ablauf ist folgendermaßen: Eine halbe Stunde nach dem Start der Läufer fährt das CatcherCar mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h los. Anschließend erhöht das CatcherCar seine Geschwindigkeit stufenweise nach dem folgenden, weltweit gleichen Tempoplan:

12:30 UTC – GESCHWINDIGKEITSERHÖHUNG: auf 16km/h
13:30 UTC – GESCHWINDIGKEITSERHÖHUNG: auf 17km/h
14:30 UTC – GESCHWINDIGKEITSERHÖHUNG: auf 20km/h
16:30 UTC – GESCHWINDIGKEITSERHÖHUNG: auf 35km/h – bis der letzte Teilnehmer überholt ist.

Ich habe zusammen mit meinem Sohn Marcus an der Veranstaltung teilgenommen.

Die Wetterbedingungen waren alles andere als gut. Eine Temperatur von 11° C ist normalerweise eigentlich ideal zum Laufen. Aber in Verbindung mit Wind und Regen waren die Bedingungen nicht ideal. Die Teilnehmer waren, wie auch bei anderen Rennen, in Startblöcke eingeteilt. Mein Sohn und ich starteten im Block 2. Wir waren dadurch recht nahe an der Startlinie. Punkt 13 Uhr fiel der Startschuss. Mein Ziel war es mindestens 15 bis 16 km zu laufen. Anfangs war ich mir nicht ganz im Klaren, welche Taktik ich beim Lauf anwenden soll, um mein Ziel zu erreichen. Laufe ich gleich mit vollem Tempo los oder gehe ich die ganze Sache langsam an. Ich entschied mich für die erste Variante, wobei es am Anfang, aufgrund der vielen Teilnehmer, gar nicht möglich war schnell zu laufen. Nach etwa einem Kilometer lichteten sich die Reihen und ich konnte etwas mehr Tempo geben. Zunächst verlief die Laufstrecke durch den Olympiapark, es waren einige Hügel zu überwinden. Die Strecke bestand größtenteils aus Asphaltwegen bzw. –straßen, es waren

aber auch Schlackewege dabei. Diese waren, aufgrund des Regens, ziemlich aufgeweicht, dadurch wurde es, insbesondere in den Kurven, recht rutschig.

Ein teilweise unschönes Ereignis war die tierische Begleitung zwischen km 6 und 14. Nach Berichten grasten die Schafe, Ziegen, Esel und eine Kuh friedlich auf einer Wiese an der Laufstrecke. Als dann die Läufer an der Wiese vorbei kamen, waren die Tiere scheinbar der Meinung, da laufen wir einfach mal mit.

 

Video

 

 

Mein Mindestziel km 15 ist erreicht. Vom CatcherCar ist noch nichts zu sehen. Jetzt noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um das Ziel 16 km zu erreichen. Bei km 16,28 war es dann soweit. Das CatcherCar hat mich eingeholt und der Lauf war für mich beendet. Der nächste Sammelpunkt für den Rücktransport war schon in Sichtweite, aber leider war kein Bus da. Die letzten zwei Busse fuhren gerade los, als ich, mit vielen anderen, ankam. Wir mussten dann noch ca. 15 Minuten bei Wind, Regen und Kälte warten. Ich war durchnässt bis auf die Haut. Eine Erkältung war vorprogrammiert. Doch endlich kamen die ersehnten Busse und wir fuhren zum Start zurück. Im Stadion des Olympiapark angekommen, galt es noch eine letzte Hürde zu bezwingen. Ähnlich wie im Berliner Olympiastadion mussten wir noch eine Treppe hoch steigen.

Jetzt brauchte ich nur noch auf meinen Sohn warten. Er hatte sich 21 km vorgenommen. Geschafft hat er 20,06 km.

Trotz des schlechten Wetters und der unvorhersehbaren Ereignisse war es eine gelungene Veranstaltung. Ich habe mir vorgenommen, nächstes Jahr wieder daran teilzunehmen, aber dann aller Wahrscheinlichkeit in Breda, Holland.

Mit meinem Ergebnis Platz 25702 bei den Männern weltweit und Platz 2741 bei den Männern in München sowie in meiner Altersklasse M60 Platz 240 weltweit und Platz 24 in München bin ich sehr zufrieden.

 

 

Jörg Franke